
„Ich kündige!“ – Was ein Ausraster über Teamkultur verrät
Zwei kleine Worte – große Wirkung.
Als Chef so etwas zu sagen? Kommt nicht gut an. Oder vielleicht doch?
Dieser Satz hat bei uns damals eingeschlagen wie ein Blitz. Nicht, weil ich wirklich gegangen bin – sondern weil er ein Weckruf war. Für mich. Für mein Team. Für unsere Kultur.
Was war passiert?
Kurz gesagt:
Missverständnisse. Frust. Gefühlte Alleingänge. Und das Gefühl, nicht gesehen zu werden – von beiden Seiten. Ich fühlte mich nicht verstanden. Und mein Team wohl auch nicht. Also sagte ich’s. Laut. Klar. Unüberhörbar: „Ich kündige!“
Natürlich bin ich geblieben. Aber etwas anderes musste gehen: unsere naive Vorstellung, dass Zusammenarbeit von allein funktioniert.
„Große Teams bestehen aus großen Individualisten.“
— Tom Peters
Die Lösung:
Nicht Coaching.
Keine Teambuilding-Pizza. Sondern: Verstehen
Statt oberflächlich „wieder nett zueinander zu sein“, sind wir einen anderen Weg gegangen:
Wir haben unser Team – und uns selbst – durchleuchtet. Mit einer Insights-Analyse, einem psychologischen Tool, das auf einem einfachen Prinzip basiert: Farbe bekennen.
Denn Menschen ticken verschieden. Und genau das ist wertvoll – wenn man es erkennt und respektiert.
Die vier Farben der Zusammenarbeit
Die Insights-Methode arbeitet mit einem leicht verständlichen, aber extrem wirksamen Modell:
- Rot – Direkt, entscheidungsfreudig, ergebnisorientiert (z. B. Führung)
- Gelb – Offen, begeisternd, kreativ (z. B. Innovation)
- Grün – Einfühlsam, unterstützend, harmoniebedacht (z. B. Teamspirit)
- Blau – Analytisch, genau, strukturiert (z. B. Qualität & Ordnung)
Jeder Mensch trägt alle Farben in sich – aber in unterschiedlichen Ausprägungen. Ich selbst? Stark rot und gelb. Macher. Kreativer. Schnell im Denken, manchmal zu schnell im Handeln. Andere im Team? Deutlich grüner. Oder blauer. Und genau darin lag unser Problem – und unsere Lösung.
Warum wir ohne Vielfalt nicht weiterkämen
Die Analyse hat uns nicht nur Unterschiede gezeigt – sie hat Anerkennung geschaffen:
- Für die, die strukturieren, während andere schon brainstormen.
- Für die, die zuhören, wenn andere bereits präsentieren.
- Für die, die kritisch hinterfragen – nicht aus Besserwisserei, sondern aus Verantwortung.
„Alleine sind wir Tropfen – zusammen aber ein Ozean.“
— Helen Keller
Wir haben gelernt, dass nicht alle gleich ticken müssen, um gemeinsam erfolgreich zu sein. Im Gegenteil: Nur weil wir unterschiedlich sind, funktioniert unser Team.
Was sich verändert hat?
Fast alles.
- Wir verstehen einander besser.
- Wir streiten konstruktiver.
- Wir nutzen Unterschiede statt sie zu vermeiden.
- Wir arbeiten bewusster – jeder in seiner Farbe, aber gemeinsam als Bild.
Und ich?
Ich kündige nicht. Aber ich bin dankbar, dass dieser Ausbruch damals die Tür geöffnet hat – zu echter Zusammenarbeit.


